|
Ein Flechtenwald in der Bergbaufolgelandschaft Südbrandenburgs
Eigentlich erwartet man völlig mit Flechten behangene Wälder in den Hochlagen unserer Gebirge, in borealen Nadelwäldern oder in anderen Gebieten, in denen noch Urwälder bzw. urwaldartige Wälder existieren. Umso überraschender ist es, wenn man im Nordostdeutschen Tiefland, noch dazu in der Lausitz, einem solchen Baumbestand begegnet. So geschehen in einem großen Forstkomplex der Bergbaufolgelandschaft im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.
Inmitten vieler Hektar einförmiger Kiefernjungbestände stockt hier auf etwas mehr als 3 ha wie verzaubert ein Lärchenbestand, der zum Zeitpunkt der nachfolgend vorgestellten Untersuchungen 25 Jahre alt war. Bereits um die Jahrtausendwende fielen in den unteren, bereits überwiegend abgestorbenen Astpartien vermehrt Ansiedlungen von Flechten auf (Hypogymnia physodes, H. tubulosa). Aber erst nach 2005 wurde der Bewuchs mit verschiedenen Arten, insbesondere Bartflechten offensichtlich. Der Flechtenbewuchs konzentriert sich noch heute auf die unteren, abgestorbenen Astbereiche (bis 2,5 m). Hier sind die Äste über und über mit Flechten bedeckt, darüber jedoch normal benadelt.
Die Vitalität der Bäume wird dabei durch den üppigen Flechtenbewuchs nicht negativ beeinflusst. Gut wüchsige Lärchenbestände wachsen in der Regel innerhalb weniger Jahrzehnte aus dem Stadium heraus, bei dem im unteren Ast- und Stammbereich optimale Lebensbedingungen für Flechten herrschen. Mit den sich im Alter schließenden Kronen, dem Abfallen der unteren Äste als Wuchsmedium und dem geringer werdenden Lichtangebot geht die Flechtenvielfalt oft wieder deutlich zurück. An diesem Standort könnten jedoch die für Lärchen nicht unbedingt optimalen Standortbedingungen (Kippenstandort!) für eine besonders lange "Flechten-Phase" sorgen.
Überraschend ist auch die besondere Vielfalt, die auf den Zweigen herrscht. Diese sind nämlich mit den unterschiedlichsten Bartflechten behangen.
Sicherlich bieten aufgrund ihrer Oberflächenstruktur die Rinde der jungen Lärchen, aber auch die an den toten Zweigen verbleibenden Kurztriebe und Zapfen optimale Ansiedlungsmöglichkeiten. Da Lärchen sommergrün sind, steht den Flechten im Winter zusätzlich genügend Licht zur Verfügung. Inwiefern an diesem Standort das Auftreten von Nebel sich ebenfalls begünstigend auswirkt, kann noch nicht hinreichend beantwortet werden. |
|
Alle auf diesen Websites veröffentlichten Texte und Abbildungen sind im Sinne des Urheberrechts geschützt. Die Verwertung zu privaten und kommerziellen Zwecken bedarf vorheriger Genehmigung des Urhebers. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigung, Bearbeitung, Übersetzung, Einspeicherung, Verarbeitung bzw. Wiedergabe jeglicher Inhalte.
|
|
|
|
Der 24jährige Lärchenbestand – Ausschnitt aus dem Astbereich in etwa 2 m Höhe
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
– - - - - - - -
|
|
|
|
– - - - - - - - |
|
|
|
– - - - - - - -
|
|
|
|
– - - - - - - -
|
|
|
|
– - - - - - - -
|
|
|
|
– - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
– - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - -– - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|
|
|
|
- - - - - - - – - - - - - - -
|